Die Lebensenergie und Ihr Wandel im Midlife, ist ein vom Leben geplanter Wechsel der Aufmerksamkeit von Aussen nach Innen, von Yang zu Yin.

Jeder Mensch durchläuft Lebensphasen, die von bestimmten Dynamiken des Wandels geprägt sind. Wer diese Dynamiken des Lebens versteht, kann sein eigenstes Potential entfalten und Lebensenergie in erfolgreiche Schritte wandeln.

Lebensenergie, der Wandel der Aufmerksamkeit

Die erste Lebensenergie richtet sich nach Aussen

Die Kindheits- und Jugendjahre sind geprägt vom Lernen und sich zurecht finden in der Welt. Der Hauptfokus geht nach Aussen. Wir müssen erst unsere Umwelt erkennen und wahrnehmen lernen, um uns später zurecht zu finden. Wir richten unsere Aufmerksamkeit nach Aussen, um mehr zu erfahren über das Aussen, in dem wir leben werden, wo wir unser Leben gestalten werden.

Nachdem unsere Schulzeit bzw. Universitätszeit endet, beginnt die Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz. Wir sind voller Tatendrang und wollen die Welt entdecken, neue Erfahrungen machen und unsere Lebenswünsche ausbauen. Wir wollen wirken und uns verwirklichen.

Meist geht die Partnersuche und die Suche nach einem eigneten Wohnraum einher und das Finden des „richtigen“ Partners bedeutet oft auch Nachwuchs – wir gründen unsere eigene Familie. Manchmal ist unsere eigene Familie auch (zusätzlich) ein geliebtes Haustier mit dem wir unseren Lebensweg teilen. Wenn der Nachwuchs da ist, ändert sich meist auch unser Lebenswohnraum erneut in Größe und Ort. Die Anforderungen an unsere Umwelt (das Aussen) haben sich verändert.

Wir arbeiten eifrig an unserem Lebensplan und Traum. Der Film “ Mein gelungenes Leben “ ist bald fertig. Unser Alltag ist von Aktivität bestimmt. Zeitlich liegen wir nun in einem Lebensalter von ca. 35-45 Jahren und es ist der Höhepunkt unseres Lebens, was die Menge an Verpflichtungen und Anforderungen an uns betrifft.

Unsere Checkliste für das gelungene perfekte Leben ist abgehackt. Die To-Do-Liste ist zu Ende und wir haben im Groben alles auf unserer Liste erreicht.

Wünsche werden wahr – das Sein und Lebensenergie

Natürlich stellen wir nun auch fest, dass viele Ziele und Wünsche auch viele Verpflichtungen und Aufwand bedeuten. Jeder erfüllte Wunsch hat ein Sein geschaffen und steht nun vor uns bzw. ist Teil unseres Lebens. Jedes Sein, jeder Wunsch, braucht Aufmerksamkeit und Energie.

Hektik kommt auf und wir strampeln um Zeit, um all unseren Verpflichtungen nachzukommen und niemand zu benachteiligen. Trotz zeitweiliger Freude im Tun und Erleben, gibt das schlechte Gewissen uns die Hand und die Tage an denen wir uns müde fühlen werden öfter.

Manchmal versuchen wir diesen Zustand durch ein Aufbringen von mehr Energie oder durch perfektionistische Kontrollambitionen zu überwinden. Das kann unser Körper und unser Geist ganz gut. Für das Überleben solcher kurzfristigen Phasen des Lebens wurde er gewappnet.

Der Energieverzehr scheint mehr zu werden, die Aufgaben intensiver und auch die Freude des Neuem im Aussen, ist meist dem Alltag gewichen.

Midlife – die Wechsel der Aufmerksamkeit

War bis dato unser Hauptfokus auf unser Leben meist im Aussen verhaftet und das Finden unseres Platzes im Leben, so ist nun die Zeit der Wende oder besser gesagt des Wechsels von Aussen nach Innen gekommen. Unser Hauptfokus muss sich nun verstärkt nach Innen richten.

Wir haben viel im Aussen erschaffen und geschafft. Nun sagt der Körper und Geist leise: „Hey, du verbrauchst zuviel Energie und gönnst mir zu wenig Regeneration und Ruhe – wir kommen in ein Energiedefizit !“. Manchmal merken wir diese Botschaft erst, wenn wir im Burnout sind, weil wir die vielen Anzeichen übergangen haben. Unsere Energie wird naturgemäß weniger bzw. sie ändert Ihre Art und Weise, wie sie verwendet werden will.

Während des Gehens des Weges gilt es jedoch, das Innen und Aussen immer wieder anzupassen bzw. abzugleichen. Stress zeigt uns ganz klar wo Bedarf an Anpassung herrscht.

Der Wandel unserer Lebensenergie im Midlife

Unsere Lebensenergie wechselt nun von Yang (Aussen) auf Yin (Innen) könnten man einfach sagen. Dies ist natürlich sehr vereinfacht, weil wir ja auch am Beginn unseres Weges einen Yin Anteil haben. Aber der Fokus unseres Lebens ist zuerst auf Yang, das Aussen gerichtet und dies hat auch seinen Sinn so.

Oft aber verpassen wir aber den Wechsel zum Yin, zu unserer Innenwelt. Gerade in der Midlife Zeit, wenn die Lebensenergie sich in seiner Art wandelt, spüren wir Veränderung. Körperlich zwickt und zwackt es manchmal, was doch früher noch kein Problem war. Geistig leisten wir mehr, aber Neues lernen fällt irgendwie schwerer. Es ging auch unsere Flexibilität etwas verloren oder wandeltet sich in starrere Meinungen und der Ge-wiss-heit was Recht und richtig ist.

Da nun aber unser Leben die höchste Zahl an Anforderungen erreicht hat, aber unsere Energiebereitstellung nicht immer ausreicht, wird es eng und es kommt zu Problemen.  Diese finden langsam Ihren Weg in den Alltag und manifestieren sich dort als Lebenskrisen.

Lebensmitte oder Lebenskrise ?

Nicht jede vom Leben geplante Lebenskrise wird auch als solche wahrgenommen. Wer den Lauf des Lebens annimmt, wird da wohl weniger Krise als Leben spüren.

Es ist auch die Zeit der Zwischenbilanz gekommen. Wir spüren unbewusst, alle Wünsche ans Leben werden sich in diesem Leben nicht mehr erfüllen lassen. Somit gilt es richtig zu einzuteilen.

Oft gesellen sich auch noch Sinnfragen und Existenzfragen dazu. Wer bin ich und wozu das alles?

Es ist die Zeit der Selbstwahrnehmung auf neuem Niveau – der nach innen gerichteten Selbstwahrnehmung. Unbewusst vielleicht schon das Lebensende im Auge, zwingt uns die Lebensbilanz und unsere Energiebereitstellung zu neuen Wegen und Gedanken.

Wir müssen unseren Fokus des Erlebens nach innen richten und uns wieder spüren. Oft haben wir uns im Aussen verrannt und uns im Innen verloren. Wir spüren uns in unserem Leben zu wenig oder garnicht mehr. Oft höre ich auch in meiner Praxis, ich hab das Gefühl garnicht mehr zu wissen, wer ich bin – ich funktioniere nur noch im Aussen.

Die Yin Lebensphase, die zweite Lebenshälfte, ist die Phase in der Ruhe immer wichtiger wird, um aktiv sein zu können. Auch unser Lebensziele müssen angepasst werden an die neuen Gegebenheiten. Wir haben nun nicht mehr ein unendliches Leben vor uns, wir spüren dessen Endlichkeit und Begrenztheit.

Aus diesen Gefühl heraus verleitet es viele Menschen zu Kurzschlussreaktionen oder übertriebenen Egoismus, der letztendlich oft das gesamte Leben destruktiv beherrscht.

Lebensenergie und das Selbst

Selbstfindung und Selbstwahrnehmung, Selbstrespekt, Selbstliebe, sind neue Begriffe des Lebens, die im Midlife wichtig werden. Die Richtung heisst zurück zum Selbst. Auch gemeint als, zum wahren Selbst, dem wahren Wesen, dem Eigentlichen, dem Selbst.

Die zweite Lebenshälfte soll das Geschaffene (Yang) behüten und nähren (Yin) um sich selbst darin wieder zu finden – und dadurch das Gefühl des Glücklich-sein und Angekommen-seins zu vertiefen oder zu erfahren.

Es ist die gleiche Lebensenergie Qi, jedoch Ihre Qualität hat sich geändert. Wir müssen in dieser Phase lernen unser Lebens-Qi nun richtig zu verwenden. Im besten Fall noch etwas Qi hinzufügen mit geeigneten Methoden des Qi-Aufbaus. Auch der Erhalt des Qi-Flusses ist wichtig, um nicht in Starre und Krankheit zu verfallen. Geistige und körperliche Blockaden sollten vermieden werden, durch angemessene Bewegung von Geist und Körper. Der Einklang von Aussen und Innen soll unterstützt werden.

Ich selbst hab in dieser Zeit zum philosophischen Daoismus als Lebensweg gefunden – er hat mir so sehr geholfen, dass ich sogar meinen Beruf geändert habe aus Überzeugung.

Midlife die Transformation von Lebensenergie

Abschliessend gesagt ist die Lebensmitte, das Midlife, eine wunderschöne Zeit der aktiven Selbsterfahrung. Manchmal kommt es auch zu krisenhaften Situationen, die uns aber den Weg zur richtigen Lösung und Transformation aufzeigen. Krisen zeigen uns die Richtung zur ersehnten Harmonie – Sie zeigen auf woran wir festhalten !

Schalte ein paar Gänge bei den Wünschen und deinem Tun runter und schaue auf dein Inneres und pflege es – geistig als auch körperlich. Höre hin was es sagt und versuche nicht es mit Argumenten des Alltags zu beschwichtigen. Sage nicht das kann ich nicht ändern oder ich muss.

Dein Leben nimmt alle deine Entscheidungen hin und zeigt dir die ausgleichende Konsequenz dazu.

Lass los – dann siehst du mehr und vielleicht sogar ALLES !

 

 

 

Innere Haltung wird zur inneren Ruhe

Was ist die innere Mitte – ein oft gesuchtes Mysterium?

Was ist das Ziel, wenn wir versuchen, unsere innere Mitte zu finden?

Man könnte sagen, es ist die physiologische Körpermitte, das Zentrum eines Zieles, es sind Milz und Magen in der TCM, das Dantien (im QiGong), die Mitte des Weges zwischen zwei Punkten oder die Balance zwischen zwei Extremen…usw.

Was aber meinen wir, wenn wir sagen, ich suche meine Mitte oder ich hab meine Mitte wieder gefunden? Was suchen wir, wenn wir die innere Mitte suchen?

Eine Mitte ergibt sich aus einer Annäherung von mehreren Ausgangspunkten oder Wegen, als Mittelmaß zweier gegensätzlicher Extreme (Yin/Yang), als Ausgangspunkt und Endpunkt von Ruhe.

Ist die Suche nach der inneren Mitte ein unmögliches Unterfangen?

Unsere Sehnsucht nach einer ruhigen inneren Mitte, könnte sich allerdings als nicht oder nicht dauerhaft erreichbar erweisen. Warum?

Da wir nicht alleine auf der Welt sind und die Welt schon im heiteren Treiben, Wünschen und Schaffen ist, ist die Welt geprägt von Veränderung. Fortwährende Veränderung, das Entstehen und Vergehen allen Seins, besteht im Wandel von Kräften und Energien. Somit kann auch unsere innere Mitte schnell aus der Ruhe und dem Gleichgewicht kommen.

Dadurch ist der Mensch, der seine innere Mitte (ausgedrückt durch innere Ruhe) sucht, aufgefordert, sich ständig an neue Situationen anzupassen und sich zu entwickeln. Die innere Mitte ist somit nichts stabiles, sondern ein Punkt, den es gilt immer wieder zu erreichen oder zu erzeugen.

Alles hat eine innere Ruhe, von der es ausging und zu der es zurück will.

Der Wunsch zur inneren Mitte, ist somit der Wunsch zur inneren Ruhe, der Punkt an dem die Extreme in Balance sind. Es ist ein Zustand, der ohne Einwirkung von alleine erreicht wird. Dennoch startet der Weg in die Balance, vom jetzigen Status aus in eine bestimmte Richtung, aber welche?

Wie erreiche ich nun diese innere Balance?

In welcher „Richtung“ liegt die innere Mitte die ruhende Balance. Die Balance als Ziel, erscheint nun als Weg oder Orientierung in eine bestimmte Richtung – der Fokus fällt nun auf die andere Seite, dem Gegenpol. Es ist die andere Richtung, das Gegenteil vom Jetzigen. Es ist der entgegen gesetzte Weg vom gegenständlichen Moment. Bildlich kannst du dir ein Pendel vorstellen und die innere Mitte ist der Ruhepunkt (Ausgangs- und Endpunkt) des Pendels.

Wenn die Dinge und alles Sein, Ihre Harmonie in einer Balance der Kräfte finden und somit in Ruhe sind, muss ich die Balance in Richtung des Gegenteils suchen. Es ist die Anziehung (Qi) der Gegenseite, die wir spüren, das Erahnen der wohltuenden Balance. Wir sollen umkehren, ein Zuviel des Derzeitigen vermeiden und uns wieder Richtung Ruhe begeben. Die Harmonie durch den Ausgleich mit der Gegenseite erwartet uns.

Das beschreiten des Weges zur inneren Ruhe

Jeder Punkt, der mir als Ziel dient, erzeugt eine Richtung, die wir Weg nennen. Der Weg ist das Ziel, würde der Daoist in mir nun sagen und meinen:

Genieße den Weg nicht das Ziel

Nun würde das genussvolle Beschreiten des Weges bedeuten, in Allem die Erfüllung am und im Weg zu sehen und schon den Weg, als Teil des Zieles zu sehen. Gerade so, als wäre das Erreichen des Zieles nicht so notwendig, wenn ich den Weg schon lerne zu genießen.

So wird jeder Ort, zum Ort an dem wir zur Ruhe kommen – unsere innere Mitte.

Fazit:

Die Tendenz, der Blick zur anderen Seite (dem Gegenpol, Gegensatz), erzeugt stets das Gefühl am Weg zur Mitte zu sein.

Aus meiner Sicht ist die innere Mitte eine Haltung.

Meine innere Haltung am Weg meines Lebens erzeugt die innere Mitte und Ruhe.

Fortsetzung folgt: Gibt es ein Ende des Weges zur inneren Mitte?

 

Burnout: Die Ausgangslage Meine Ausgangslage, war die eines jungen Karriere suchenden Menschen mit Ambitionen und Visionen. Ich hatte meine Mission – ich war selbstständiger Börsenmakler. Wörter wie: dynamisch, ehrgeizig, voller Energie, zielstrebig, motiviert, strebsam, fleißig, rastlos, fokusiert beschrieben meine Arbeitshaltung und eine junge Persönlichkeit. Ich arbeitet viel um meine Ziele zu erreichen und ich wollte hoch hinaus. Nach […]

 

Blogs Teil 1

Blogs: bloggen und seine Wirkung aufs Leben - der Sichtweise - Andreas Ebner

Lange habe ich überlegt mit welchem Thema ich starten soll. Es gibt viele Lebensfragen die interessant sind. Nach langem hin und her entschied ich mich, für die Frage, wozu dienen Blogs in der heutigen Welt.

Sie sind überall und jeder hat einen – BLOG.

Der Sichtweise kann sich demnach nicht dem Hinterfragen der modernen Bloggerwelt entziehen. Welche Arten von Blogs gibt es und welchen Sinn bzw. welches Ziel verfolgen sie. Welchen inhaltlichen Antrieb gehen sie nach und was hat das alles mit Marketing und dem Leben zu tun.

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